30. August: Internationaler Tag der Vermissten / Sucherfolg in Hessen

Krieg, Flucht und Vertreibung – beim DRK gehen sehr viele Suchanfragen ein. Allein im vergangenen Jahr erreichten den DRK-Suchdienst knapp 2.800 Anfragen von Menschen, die auf der Flucht von ihrer Familie getrennt wurden – so viele wie noch nie.

Wiesbaden, am 24.8.2017. Krieg, Flucht und Vertreibung – beim DRK gehen sehr viele Suchanfragen ein. Allein im vergangenen Jahr erreichten den DRK-Suchdienst knapp 2.800 Anfragen von Menschen, die auf der Flucht von ihrer Familie getrennt wurden – so viele wie noch nie. Im hessischen Schwalm-Eder-Kreis konnte kürzlich dank der weltweiten Internet-Plattform www.tracetheface.org, die das Internationale Komitee vom Roten Kreuz einrichtete, der Kontakt zwischen einer afghanischen Mutter und der auf der Flucht von ihr getrennten Tochter hergestellt werden.

Internet-Plattform tracetheface.org

Eine der wichtigsten Tätigkeiten des Suchdienstes des Deutschen Roten Kreuzes ist inzwischen die Suche nach vermissten Angehörigen, die durch Kriege oder Katastrophen weltweit voneinander getrennt wurden. Der DRK-Suchdienst füllt gemeinsam mit den Suchenden Suchanträge aus, mit deren Hilfe international Kontakt zu den Suchdiensten der Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften aufgenommen wird.

Bei vielen Menschen, deren Angehörige auf der Flucht von ihnen getrennt wurden, ist allerdings unklar in welchen Ländern die gesuchten Familienmitglieder sein könnten. Für diesen Fall entwickelte das Internationale Komitee vom Roten Kreuz die Internet-Plattform www.tracetheface.org. Weltweit können Menschen, die einen Angehörigen suchen, Fotos von Menschen einsehen, die auf dieses Projekt aufmerksam wurden und dort ihr eigenes Foto einstellen ließen. Bei Wiedererkennung wenden sie sich an den Suchdienst des Roten Kreuzes. Dort wird geklärt, ob es tatsächlich die Gesuchten sind und ein Kontakt zueinander hergestellt.

Sucherfolg in Schwalm-Eder

Im Vorfeld des Sucherfolges im hessischen Schwalm-Eder-Kreis kamen die afghanische Mutter und ihre jüngere Tochter vor zwei Jahren nach Deutschland. Sie wurde von ihrer älteren Tochter auf der Flucht nach Europa getrennt. Die Beratungsstelle des DRK-Kreisverbandes Schwalm-Eder informierte die Mutter über die tracetheface-Plattform. Sie veröffentlichte dort ihr Foto. Die vermisste Tochter erfuhr in Griechenland von diesem Projekt und erkannte ihre Mutter im Internet wieder. Mithilfe des Deutschen Roten Kreuzes konnte bereits als erster Schritt ein Telefonat zwischen Mutter und Tochter ermöglicht werden.

Norbert Södler, Präsident im DRK in Hessen, betont: „Zwar gibt es immer noch Anfragen zu Vermissten des zweiten Weltkrieges, die aktuellen Probleme liegen allerdings bei den Menschen, die auf der Flucht von ihrer Familie getrennt werden. Die enge internationale Verflechtung der Suchdienste unserer Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften ist ein funktionierendes Instrument für die Suche über Grenzen hinweg.“